Papier&was 27. – 29. Oktober 2017 mit Sonderausstellung: «Das andere Buch»

Von der Herstellung bis zum Upcycling und vieles dazwischen:
HandwerkerInnen und KünstlerInnen präsentieren sich im Bodmanhaus in Gottlieben. Zuschauen. Bei Lust mitmachen. Schönes erwerben. Essen, trinken, plaudern in der Besenbeiz.

Freitag, 27. Oktober 2017
Eröffnung um 18 Uhr durch lic. phil. Christina Egli, Leiterin Wissenschaft/Forschung/Sammlungen Napoleonmuseum
Ausstellung 19 – 21 Uhr

Samstag 28. Oktober 2017
Ausstellung 11 – 18 Uhr
18 Uhr: Vortragstrilogie mit
Tami Komai, Heike Schaefer und Ruth Batliner

Sonntag 29. Oktober 2017
Ausstellung 11 – 17 Uhr

Bodmanhaus
Dorfplatz 1
CH-8274 Gottlieben

Kontakt: kontakt@papierundwas.ch

Aussteller/innen

Ruth Batliner
Papierarbeiten

Flachs ist schon seit vielen Jahren mein Arbeitsmaterial. Ich liebe diese uralte Pflanzenfaser, die mich mit ihren Eigenschaften herausfordert und experimentieren lässt. Vom eindimensionalen Gestalten habe ich zu dreidimensionalen Objekten gefunden. Die Verletzlichkeit beim Schöpfen der Pulpe und die Kraft des Schrumpfens beim Trocknen ist meine Herausforderung – ausdrucksstarke Formen zu finden, eine andere.

 

Vaclav Elias
Skulpturen aus Papier

Du. Ich. Es. Wir. Sie. Frau. Mann. Ihr. Kind. Weiblich. Herrlich. Dämlich. So. Oder. Andersrum. Freunde. Geliebte. Feinde. Im. Gespräch. Toleranz. Allein. Gemeinsam. Einsam. Zusammen. Vielleicht. Für. Immer. Zeit. Vorbei. Zeitung. Mit. Manchmal. Ohne. Leim. Verbunden. Kleister. Getrennt. Schatten. Schwarz. Weiss. Im. Licht. Ziemlich. Unziemlich. Bunt. Witzig. Ironisch. Oder. Auch. Nicht. Schön. Traurig. Wort. Wörtlich. Streng. Genommen. Literarisch. Kompliziert. Stilisiert. Politisch. Aufmerksam. Beobachtet. Bitter. Zart. Niemals. Schrecklich. Paradox. Sowieso. Künstlerisch. Naiv. Seltsam. Sensibel. Aussergewöhnlich. Gewöhnlich. Einfach. Menschlich. Poetisch. Dies. Und. Das. Papier. Und. Was. Bodmanhaus. Gottlieben.

 

Katrin Enstrup
Papierschmuck

Ich schöpfe Papier aus Baumwoll-, Hanf- und Flachsfasern und färbe es mit Natur- und Pigmentfarben. Dann wird das Papier buchbinderisch verarbeitet, geleimt und zu individuellen Schmuckstücken verarbeitet. Diese werden geschliffen, imprägniert, lackiert und abschließend gewachst. So entstehen federleichte aber feste Schmuckstücke, die weitgehend wasserfest sind.

 

Tanja Karipidis
Buntpapier-Manufaktur

Tanja Karipidis ist Buntpapiermacherin im traditionellen Sinn – sie färbt und dekoriert jeden Bogen einzeln, von Hand und in beliebiger Auflagenhöhe. In einem sinnlich meditativen Prozess bringt sie gleichmäßig Ungleichmäßiges hervor, das lebt: Sprenkelpapier mit exklusivem Vogeleidekor, feines Knitterpapier, Rieselpapier und verschiedene Arten Kleisterpapier. Rekonstruktionen nach historischen Vorlagen faszinieren ebenso mit schlichter Schönheit wie moderne Entwürfe.

Teilnehmer ihrer mehrtägigen Workshops dürfen an renommierten Stellen wie dem Buchbinder-Colleg Stuttgartvon einem großen Erfahrungsschatz profitieren. Bunt gelebte Tradition.

 

Tami Komai
Papier Design

Seit Jahren begleitet mich der Geist des Papiers und dabei manifestiert er sich auf mannigfaltige Art. Welche Technik ich auch immer verwende, das Papier offenbart sich jedesmal auf‘s Neue: manchmal ausgeprägter, manchmal schüchtern, hin und wieder strukturierter, andere Male nonchalant. Öfters als gelegentlich, halb versteckt verlangt es nach weiterem Suchen. Oder ein Pfad wird entdeckt und der entsprechende Wegweiser wird befolgt.

I have been pursuing the spirit in paper for many years. The search has manifested itself in multiple ways. Whatever technique I use, the paper reveals itself differently each time: sometimes pronounced, sometimes sheepishly, sometimes structured, other times nonchalantly. More times than not something remains half-hidden and demands more probing. Or another path is uncovered and the respective signpost awaits to be followed.

 

Marie-Claire Meier
Papierkunst

Die Künstlerin besitzt einen eigenen «Holländer», so wird ein trogförmiges Mahlwerk mit festen Grundmessern und sich drehender Messerwalze genannt. Darin werden Jeans, Leinen, Betttücher für Papier durch zerquetschen aufbereitet. Auf diesen persönlichen Untergrund – mit erhöhten Prägungen – mahlt Meier mit «Mischtechnik» (Acryl, Sand, Pigmenten, Asche, Ölkreide). Papier ist nicht nur ein einfaches Trägermaterial, sondern ein integrierter Bestandteil der Künstlicher Arbeit. Ihr Ziel ist ihre Gefühle auszudrücken und –oft mit Zeichen und Geschichten –den Anderen mitzuteilen.

Mit dem Werk von Meier begegnet der Betrachter einer äusserst kreativen Vielschichtigkeit, die die Künstlerin in ihrer Technik voll ausleben kann.

 

Sandra Merten
Handbuchbinderei

Sandra Merten betreibt die Handbuchbinderei Merten im Bodman-Literaturhaus in Gottlieben. Die Schwerpunkte der Werkstatt liegen auf Bucheinbänden und Buchrestaurierungen, Schachteln und Mappen sowie bibliophilen Einbänden und freien Arbeiten. Häufig wiederkehrend ist der Werkstoff Papier nicht nur innen, sondern auch als Bezugsmaterial aussen auf Büchern und Schachteln zu finden, als Resultat der Auseinandersetzung mit dem Papier in seiner Vielfältigkeit. Die Suche nach individuellen Gestaltungsmöglichkeiten im Austausch mit dem Auftraggeber nimmt einen breiten Raum ein und die Handbuchbinderin nimmt sich in ihrer Werkstatt gerne Zeit dafür.

 

Sabine Ring-Kirschler
Collagen

Das Ganze und das Detail – die Bilder, die ich im Kopf habe, setzen sich aus Einzelteilen zusammen. Ich betrachte zum Beispiel eine Baumrinde, betaste die Oberfläche und sehe die Struktur. Daraus entsteht ein Bild, das ich dann umsetze. Die Haptik, Struktur und Farbe ergeben dann das Ganze. Das Überflüssige wegzulassen und auf den Punkt zu kommen spielen ebenso eine grosse Rolle für mich dabei. Anfassen, ansehen und die eigenen Gefühle auf sich zukommen lassen, finde ich sehr spannend und befriedigend.

Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim 1980 – 85, Goldschmiedemeisterin, dann selbständig seit 1994.

 

Heike Schaefer
Papierskulpturen

Wellpappe ist das Lieblingsmaterial von Heike Schaefer. Mit der Hand schneidet sie schmale Streifen und baut Schicht um Schicht ihre Skulpturen daraus auf. Es entsteht eine zellenartige Struktur, die an Wachstumsprozesse in der Natur erinnert. Ihre Objekte sind frei im Raum aufgehängt, so dass sie sich drehen können und immer neue Ansichten erscheinen. In Gottlieben zeigt sie u.a. mehrere Möbiusschleifen.

Heike Schaefer hat in München Bildhauerei studiert an der Akademie der Bildenden Künste. Sie hat mehrere Kunstpreise erhalten und an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen.

 

Helene Tschacher
Buchobjektbilder – Buchbinderei

Niedergeschriebenes, gebunden in Büchern, schwarz auf weiß, aufgeschrieben für kommenden Generationen, überdauert Jahrhunderte. Heute ist Information inflationär geworden. Bibliotheken werden digitalisiert, Lexika stehen im Internet zur Verfügung, Webblocks und Diskussionsforen im www. sind temporär.

Aus Büchern entstehen Bilder, Collagen, Objekte, Schmuck. Meine Arbeiten unterbrechen, bündeln den Datenüberfluss. Das beschriebene Papier wird zerlegt, zerschnitten gefaltet und wieder zusammengefügt, Fragmente werden zum Informationsmüll und aus der Information wird ästhetischen Reiz.

Die Arbeit als Handbuchbinderin umschliesst die Reparatur und Restaurierung von Büchern und Grafik, Neubindung von Büchern, Sonderarbeiten und Kunsthandwerk.

Ausstellerinnen Sonderausstellung

Gerda Fischer

Es gibt nichts, was nichts sagt. Nicht allein die Geschichte, die im Buch erzählt wird, ist lebendig. Das Buch selbst hat seine eigene Geschichte, einen eigenen Klang und Sprache. Mit Ton gehe ich dieser Sprache auf den Grund. Meist sind meine Arbeiten figürlicher Art. Als ausgebildete Gestaltungstherapeutin ist mir der Mensch ein wichtiges Gegenüber, was sich unmittelbar in meinen Tonarbeiten zeigt. An verschiedenen Ausstellungen konnte ich meine Arbeiten zeigen.

 

Ute Kledt

Wasser ist neutral, spielerisch und sucht sich seinen Weg. Vorübergehend kann es in feste Formen gewandelt werden. Ein Buch aus Eis?

Ute Kledt betreibt eine kleine & feine «Ideenagentur»: ANNALOOG steht für analoge Werte: Künstlerisch mit Hand & Fuß zu arbeiten, zu hinterfragen, umzudenken, zu umbrechen… und dabei Neues entstehen zu lassen. Kurse und kreative Begleitung auf Anfrage.

 

Sibylle Schindler

Ideen öffnen lange Wege.
Die Idee ist plötzlich da, ausgelöst durch ein Ereignis, durch Empfindungen und Reflektionen. Schon sehe ich vor mir das ganze Werk – gestaltet mit Eisen, Steinzeug, Blei oder Kupfer.

«Dokumente» wie ich meine Bücher aus Eisen, Blei, Steinzeug nenne, begleiten mich schon seit mehr als zwanzig Jahren stets in neuer Gestaltung und Grösse.

 

Edith Schmid

Schrift, Wort und Buchstabe sind seit gut 30 Jahren Mittelpunkt des graphischen Schaffens von Edith Schmid. Das bildnerische Nützen der Schrift lässt den Betrachter zwischen Anschauen und Lesen.